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Der Reizmagen – eine Volkskrankheit

Erstellt am Sonntag, 08 Dezember 2019.

Der Reizmagen – eine Volkskrankheit

Ständiges Unwohlsein und brennende Bauchschmerzen führen häufig zu dem Verdacht, dass ein Magengeschwür die Ursache ist. Doch nicht selten zeigt sich nach verschiedenen Untersuchungen ein anderes Ergebnis: Es ist kein Magengeschwür, sondern eine funktionelle Dyspepsie, auch als "Reizmagen" bekannt. Etwa jeder Dritte ist betroffen. Der Reizmagen ist zu einer Volkskrankheit geworden.

 

Die Lebensqualität wird durch diese Erkrankung erheblich einschränkt, und trotzdem gehen viele Betroffenen mit ihren Beschwerden nicht zum Arzt.

Ursache für einen Reizmagen ist oft unklar

Die Ursachen für einen Reizmagen lassen sich oft gar nicht feststellen. Symptome, die von einem Reizmagen hervorgerufen werden, sind ähnlich der von Magen- oder Darmgeschwüren. Der Reizmagen ist allerdings durch wiederkehrende Verdauungsbeschwerden gekennzeichnet,  bei Magen- oder Darmgeschwüren handelt es sich dagegen um offene Wunden in der Schleimhaut. 

Zu den typischen Symptomen vom Reizmagen zählen:

  • unangenehme, brennende Beschwerden im Oberbauch oder unteren Brustkorb
  • Aufstoßen, Übelkeit, Blähungen
  • ein frühzeitiges Sättigungsgefühl

Untersuchungen und Tests bei Verdacht eines Reizmagens

Im Jahr 2017 haben die Fachgesellschaften für Gastroenterologie aus den USA und Kanada ihre Leitlinien zur Diagnose und Therapie von funktioneller Dyspepsie aktualisiert. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Empfehlungen. 

In der Regel wird die Diagnostik mit einer körperlichen Untersuchung beim Arzt begonnen. Bluttests und Ultraschalluntersuchungen sollen zunächst andere Krankheiten ausschließen, die ähnliche Symptome wie ein Reizmagen verursachen können. Als nächstes wird eine Magenspiegelung (Gastroskopie) vorgenommen. Dabei wird ein dünner, flexibler Schlauch (Endoskop} mit einer Lichtquelle und einer Kamera durch die Speiseröhre in den Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum) geschoben. So können Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm begutachtet werden. Gleichzeitig können auch Gewebeproben entnommen werden (Biopsie), sofern das angesagt erscheint, die auf Anzeichen für Entzündungen oder Krebs untersucht werden.

Ob eine Gastroskopie aber überhaupt nötig ist, liegt im Ermessen des Arztes. Eine Endoskopie wird bei unter 60-Jährigen durchgeführt, wenn sich neben typischen Beschwerden für einen Reizmagen auch "Alarmsymptome", wie Gewichtsabnahme, Anämie, Schluckbeschwerden oder anhaltendes Erbrechen zeigen. Auch hier gibt der Arzt die Vorgehensweise vor. Ein unauffälliger Befund deutet auf einen Reizmagen hin.

Patienten mit unauffälligen Endoskopiebefunden werden mit nichtinvasiven Atem- oder Stuhltests auf eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) untersucht. Auch Patienten unter 60, die keine Alarmsymptome haben, werden auf H. pylori untersucht. Nach diesem Testergebnis richtet sich die weitere Therapie.

Medikamente können bei Reizmagen helfen

Bei einer Infektion mit H. pylori verschreibt der Arzt Antibiotika, um die Bakterien zu bekämpfen. War der Test auf H. pylori negativ oder halten die Beschwerden auch nach der Antibiotikatherapie noch an, sollte zunächst die Produktion von Magensäure reduziert werden. Dafür stehen verschiedene Arten von Medikamenten zur Verfügung:

• Protonenpumpenhemmer
Diese Mittel reduzieren die Ausschüttung von Magensäure, indem winzige Protonenpumpen in den Magenzellen die "Produktion" von Magensäure blockieren. Die Indikation zu einer langfristigen Behandlung mit Protonenpumpenhemmern wie Pantoprazol oder Omeprazol sollte aber immer wieder überdacht werden, da diese Substanzen oft ohne ärztliche Kontrolle weiter genommen werden und die Patienten sich dadurch unnötigerweise dem Risiko von unter Umständen gefährlichen Nebenwirkungen aussetzen. 

• H2-Rezeptorblocker
Solche Wirkstoffe blockieren die Histaminrezeptoren in den Magenzellen und reduzieren auch die Säureproduktion. Sie werden heute wegen der im Vergleich zu Protonenpumpenhemmern geringeren Wirkung nicht mehr so häufig eingesetzt.

Der Arzt kann weitere Arzneimittel verordnen, die auf die Magennerven wirken, zum Beispiel niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann außerdem hilfreich dabei sein, mit den Reizmagen Symptomen besser umzugehen und den damit verbundenen Stress zu reduzieren, der die unangenehmen Magenschmerzen nach sich ziehen kann.

Suche nach besseren Diagnosemöglichkeiten bei Reizmagen

Die genauen Ursachen für einen Reizmagen sind noch unbekannt und die Symptome ähneln oft denen anderer Magen-Darm-Erkrankungen. Dadurch ist es in vielen Fällen schwierig, einen Reizmagen eindeutig festzustellen. 

Die Forschung versucht ständig bessere Diagnosemöglichkeiten zu finden. So wurde in einer Studie aus dem Jahr 2018 die Substanz Capsaicin genauer unter die Lupe genommen, die Chilischoten ihre Schärfe verleiht. Patienten mit bestätigtem Reizmagen konnten durch eine einzige Kapsel mit Capsaicin-Extrakt relativ eindeutig identifiziert werden. Sie reagierten empfindlicher auf Capsaicin als Patienten mit ähnlichen Symptomen aber anderen Krankheiten, wie Magen- oder Darmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen.

Auch Patienten mit "gastroösophagealer Refluxkrankheit" reagierten auf Capsaicin anders, wenn sie gleichzeitig auch an funktioneller Dyspepsie litten. Diese Studie war zwar nicht sehr umfangreich, doch diese Idee konnte bei der Ursachensuche von Reizmagen und der Therapie von Magenschmerzen ganz neue Möglichkeiten eröffnen. 

Wenn eine Bewegungsstörung des Magens vorliegt kann der Einsatz von sogenannten Prokinetika sinnvoll sein. Substanzen wie MCP verbessern die Motorik im Magen-Darm-Trakt.

Zudem gibt es zahlreiche ohne Rezept erhältliche Medikamente, die gegen Reizmagen helfen sollen, deren Wirkung aber nicht in Langzeitstudien kontrolliert worden ist. 

Bitte bedenken Sie, dass auch pflanzliche Präparate Nebenwirkungen haben!

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt bevor Sie solche Medikamente langfristig einnehmen.

 

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