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Wir behandeln Menschen und keine Krankheiten

Seit 2015 gibt es mit den PSCK9-Hemmern die Möglichkeit Cholesterin mit Antikörpern zu senken. Die PSCK9-Hemmer Evolocumab oder Alirocumab sind sogenannte humane monoklonale Antikörper. Der Patient spritzt sich ähnlich wie bei einer Insulinspritze mit einem Injektionspen diese Antikörper unter die Haut. Dabei reicht eine Spritze alle 2-4 Wochen.

Das Enzym PSCK9 vermindert den Abbau von Cholesterin

Das erst 2006 entdeckte Enzym PCSK9 (Proproteinkonvertase Subtilisin/KexinTyp 9) spielt bei der Steuerung des LDL-Abbaus eine wichtige Rolle.

PSCK9-Hemmer (Antikörper) werden alle 2-4 Wochen unter die Haut gespritzt

Menschen mit bestimmten Mutationen im PCSK9-Gen haben einen sehr niedrigen LDL-Wert und bekommen nur sehr selten Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diesen genetischen Fehler versucht man nachzuahmen, indem man Antikörper entwickelt hat, die das Enzym PSCSK9 angreifen und vermindern.

Wie wirkt dieses Enzym? PCSK9 bindet sich an den LDL-Rezeptor auf der Oberfläche der Leberzellen und entscheidet über dessen weiteres Schicksal: Wenn ein LDL-Partikel an den Rezeptor angedockt hat, wandert der Cholesterin-Rezeptor-Komplex ins Innere der Leberzelle, wo das LDL-Cholesterin abgebaut wird. Ist an den Komplex aber zusätzlich ein PCSK9-Molekül angelagert, wird der LDL-Rezeptor leider ebenfalls mit entsorgt. 

Fehlt das Enzym PSCK9 kann mehr Cholesterinabgebaut werden 

Ist das Enzym dagegen nicht vorhanden, wird der LDL-Rezeptor recycelt. Er kehrt dann zurück an die Zelloberfläche und nimmt dort seine Funktion wieder auf. PCSK9-Hemmer vermindern das Enzym. Dadurch steigt die Dichte der LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen und es werden mehr LDL-Partikel abgefangen und beseitigt.
Erniedrigte PCSK9-Konzentrationen führen somit zu einer Zunahme der LDL-Rezeptoren.

PSCK9-Hemmer und Statine ergänzen sich in ihrer Wirkung

Statine (CSE-Hemmer) vermindern die Produktion des Cholesterins in der Leber.
Dies führt zwar dazu ,dass die LDL-Rezeptoren vermehrt Cholesterin aus dem Blut filtern. Leider führen Statine aber auch zu einer Hochregulation von PCSK9 . Dieser Mechanismus limitiert die LDL-senkende Wirkung der Statine und erklärt den guten Effekt einer Kombinationstherapie von Statinen und PCSK9- Hemmern. 

PSCK9-Hemmer vermindern in der Leberzelle den Abbau von LDL-Cholesterin-Rezeptoren. Dadurch können viele LDL-Rezeptoren das LDL-Cholesterin aus dem Blut binden und abbauen. Das LDL-Cholesterin kann dabei um bis zu 70% gesenkt werden.

Die Therapie mit PSCK9-Hemmern ist sehr teuer

Bei hoher Dichte von LDL- Repeptoren in der Leber kann mehr Cholesterin aus dem Blut abgebaut werden

Eine Therapie mit PSCK9-Hemmern kostet 9.-15.000 € pro Jahr. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in seltenen Ausnahmefällen. 
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Bronchitis, Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Da die Genvarianten mit verminderten PSCK9-Enzym ein um 29 % erhöhtes Risiko haben, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, besteht ebenso wie bei den Statinen ein potentiell erhöhtes Diabetesrisiko. Deshalb sollten die Patienten unter der Therapie mit PSSCK9-Hemmern  auf die Vorteile einer Lebensstilmodifikation zur Verhinderung von Diabetes hingewiesen werden. 

Erste Studien konnten zeigen, dass durch die sehr effektive Cholesterinsenkung mit PSCK9-Hemmern auch schon länger bestehende Verkalkungen wieder abgebaut werden. 

Experten versprechen sich von den PSCK9-Hemmern sehr viel  

Bis zu LDL-Werten von 20 mg/dl nahm der Nutzen der Therapie zu. Die Ergebnisse der ersten Endpunktstudie (FOURIER) werden noch 2017 erwartet. Experten gehen davon aus, dass in diese Studien zeigen, dass mit PSCK9-Hemmern nicht nur der LDL-Wert so exzellent gesenkt wird, sondern sich die Therapie auch dementsprechend auf das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auswirkt.

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