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Stress bewältigen und bekämpfen

Erstellt am Montag, 02 Dezember 2013. Kategorie/n: Allgemeine Gesundheits-Tipps

Stress bewältigen und bekämpfen

Was unseren Vorfahren einst das Überleben sicherte, kann heute unsere Gesundheit ruinieren.

Wer ständig unter Dampf steht, riskiert ernsthafte Folgen für seine Gesundheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Druck vom Berufsleben oder von privaten Problemen herrührt. Bei unseren Vorfahren waren Stressreize wichtig, um das Überleben zu sichern: Der Körper wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Bei Gefahr schlug das Herz schneller, die Atmung war beschleunigt, die Muskeln spannten sich an und die Pupillen weiteten sich.

Der Körper war buchstäblich „sprungbereit", um sich vor wilden Tieren oder Angreifern zu schützen. Hierfür unwichtige Funktionen wie Hunger, Durst und Sexualtrieb hingegen wurden gedämpft, Verdauungs- und Geschlechtsorgane heruntergeregelt. Das eher träge arbeitende Großhirn wurde ausgeschaltet, die Reaktionen erfolgten instinktiv und damit schneller.

„Die Reaktionsmuster unseres Körpers sind heute noch dieselben wie früher“, erklärt Dr. Reinhold Lunow, ärztlicher Leiter der Praxisklinik Bornheim nahe Köln und Bonn. „Heutzutage jedoch werden sie durch Leistungsdruck, Konflikte und Reizüberflutung ausgelöst.“

Stress beeinflusst den Stoffwechsel

Damit wir in einer Stresssituation schnell und genügend Energie an den richtigen Stellen unseres Körpers zur Verfügung haben, wird im Gehirn im Hypothalamus das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) ausgeschüttet. Es bewirkt, dass die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) u. a. Corticotropin herstellt, das über das Blut in die Nebennierenrinde gelangt und dort die Produktion der Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin stimuliert. Diese wiederum erhöhen den Blutzuckerspiegel, indem sie in den Muskeln Eiweiße in Glucose umwandeln, damit mehr Energie zur Verfügung steht. Herz- und Atemfrequenz sind erhöht, der Blutdruck steigt und die Atemwege sind erweitert.

Diese Prozesse steigern unmittelbar die Leistungsfähigkeit. Stress kann in der Folge als etwas Positives empfunden werden und ein befriedigendes Gefühl auslösen (Eustress), z. B. wenn Leistungen durch Erfolgserlebnisse und Anerkennung belohnt werden. Manche Menschen brauchen ihn sogar, um effektiv zu arbeiten. Sind die Anforderungen jedoch zu hoch bzw. chronisch und ist nicht ausreichend Gelegenheit zur Entspannung gegeben, wird der Stress negativ (Dysstress) empfunden.

Dauerstress gefährdet die Gesundheit

Ganz gleich, ob es sich um positiven oder negativen empfundenen Stress handelt: Stress bleibt nicht ohne Folgen für unserer Gesundheit. „Wirken Stressreize dauerhaft, wird der Organismus permanent beansprucht“, erläutert Dr. Lunow. „Der veränderte Stoffwechsel lässt neben Herzschlag und Blutdruck auch den Blutzuckerspiegel sowie die Konzentration von Magensäure und freien Fettsäuren steigen.“

Ernsthafte Erkrankungen stellen sich ein. Der Körper reagiert zunächst mit Verspannungen, die zu Kopf-, Genick- und Rückenschmerzen führen. Die Verdauung gerät durcheinander, was sich in Magenschmerzen, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung oder Blähungen ausdrücken kann. Manchmal kommt es zu Schlaf- und Essstörungen. Zeichen von Nervosität (Zähneknirschen im Schlaf, Stottern, Vergesslichkeit) und psychische Störungen bis hin zur Depression sind mögliche Folgen. Anhaltender Stress kann letztlich zu schweren Herz/Kreislauf- und Nierenerkrankungen, Bluthochdruck (Hypertonie), Stoffwechselstörungen, Allergien und Entzündungskrankheiten führen.

Stress wird individuell unterschiedlich verarbeitet

„Jeder Mensch empfindet Stress anders: Was für den einen Stress bedeutet, ist für den anderen Alltags-Routine“, so Dr. Lunow. Wird Stress zum Problem, sollte man zunächst das eigene Verhalten überprüfen. Um Stressfaktoren (Stressoren) zu entschärfen, ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung notwendig.

Hilfreich ist zudem die Überprüfung der eigenen Einstellung zur Umwelt, zu sich selbst und den persönlichen Wertvorstellungen. Überlegungen zur Zeiteinteilung und zum Einsatz seiner Kräfte führen zu einem sorgsameren Umgang mit sich selbst. Auch gute Kontakte zu anderen Menschen, ein geordneter Lebensrhythmus, Muße und Genuss sind wichtig. Ebenso hilft körperliche Bewegung: Mit Radfahren, Joggen oder Walken können die Stresshormone aus dem Körper ausgeschwemmt werden.

Sinnvoll für die Stressbewältigung sind darüber hinaus mentale Techniken, z. B. progressive Muskelentspannung nach Jacobson (PMR), autogenes Training, Meditation oder Yoga. „Unter fachkundiger Anleitung lassen sich solche Methoden oft schnell erlernen“, sagt Dr. Lunow. Dagegen rät der Internist dringend ab vom eigenmächtigen Gebrauch von Medikamenten oder gar Alkohol und Drogen. „Das sind nur vermeintliche Helfer, denn sie verschaffen keine echte Abhilfe. Stattdessen schädigen sie ihrerseits die Gesundheit und bergen mitunter ein Suchtrisiko.“

Wer seinen Stress selbstständig nicht in den Griff bekommt, sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Hausarzt ist hier der erste Ansprechpartner. Er kennt das Lebensumfeld und kann wertvolle Anregungen zur Stressresistenz und damit zum Erhalt bzw. zur Wiederherstellung der Gesundheit geben. „Schon ein erstes Gespräch mit dem Arzt kann nutzen. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz, der klassische Medizin mit Allgemeinmedizin verbindet, bieten wir in unserer Praxisklinik ein breites Spektrum zur Vorsorge und Behandlung“, sagt Dr. Lunow. „Wir helfen Ihnen, Stress in den Griff zu bekommen.“

Stress bewältigen und bekämpfen - dabei wollen wir Sie mit diesem Artikel unterstützen.

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