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Schilddrüsen-Spezialisten im Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen der Praxisklinik Bornheim nahe Köln und Bonn geben Empfehlungen zur Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis 

Die Schilddrüsenspezialisten im Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen in Bornheim nahe Köln und Bonn verbinden Innere Medizin mit Naturheilverfahren, Homöopathie und Traditioneller Chinesischer Medizin zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept. Sie haben sich seit mehr als 25 Jahren intensiv mit der Diagnose und Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis befasst. Für sie zeigt sich eine erfolgreiche Therapie in erster Linie daran, dass der Patient sich besser fühlt als vor der Therapie. Die alleinige Verbesserung der Laborwerte ist nicht ausreichend.

 

Die Schilddrüse sollte bei Hashimoto-Thyreoiditis nicht isoliert betrachtet werden  

Da Hashimoto-Thyreoiditis Auswirkungen auf andere Organe hat, sollten zusätzliche Kontrollen für Diagnose und Therapie durchgeführt werden. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Da Erkrankungen der Schilddrüse und insbesondere die Hashimoto-Thyreoiditis oft Auswirkungen auf zahlreiche andere Organe haben und in 25% autoimmune Begleiterkrankungen vorliegen, legen wir großen Wert darauf, nicht nur isoliert die Schilddrüse in unsere diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen einzubeziehen. Die zusätzliche Kontrolle weiterer Organe im Sinne eines umfangreichen Gesundheitschecks wie Herz, Leber, Nieren oder Nebennieren ist aus ganzheitlicher Sicht notwendig. Insbesondere nach Dosisänderungen oder zu Therapiebeginn sollten negative Auswirkungen einer Schilddrüsenbehandlung auf andere Organe ausgeschlossen werden.

 

 

 

Dr. Hakaru Hashimoto war der Namensgeber von Hashimoto-Thyreoiditis

Ihren exotisch klingenden Namen verdankt die chronische Schilddrüsenentzündung dem japanischen Chirurgen Dr. Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934), der die Erkrankung als Erster beschrieb.

In der deutschen Zeitschrift „Archiv für klinische Chirurgie“ veröffentlichte er im Jahre 1912 seine Entdeckung. Hashimoto hatte in den Schilddrüsen verstorbener Frauen Entzündungszellen gefunden, die die Schilddrüse teilweise zerstört hatten.

 

Neue Volkskrankheit: Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis

Bildliche Darstellung einer an Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunkrankheit) erkankten Schilddrüse. | Praxisklink Bornheim, Köln-Bonn

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine seltene Erkrankung. Sie wird zwar nur bei etwa 2 % der deutschen Bevölkerung diagnostiziert, nach neueren Schätzungen sind aber bereits 10 % der Deutschen von dieser Krankheit betroffen. Das bedeutet, dass es in Deutschland mehrere Millionen Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis gibt, die nicht wissen, dass sie an einer chronischen Entzündung der Schilddrüse leiden.

Frauen sind dabei mit einem Verhältnis von etwa 9:1 deutlicher häufiger betroffen.

Hashimoto-Thyreoiditis ist keine Erbkrankheit im engeren Sinne. Eine genetische Disposition (Erbanlage) für Autoimmunerkrankungen ist jedoch immer vorhanden.

Zu der Erbanlage (bad genes) müssen aber noch Auslöser (bad luck) hinzukommen,damit Patienten mit einer genetischen Disposition an Hashimoto-Thyreoiditis erkranken.Nicht selten haben diesePatienten auch eine erbliche Anlage für weitere Autoimmunerkrankungen.

 

Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun verursachte Schilddrüsenentzündung. Autoimmun heißt, der Körper bildet fälschlicherweise Antikörper gegen die Schilddrüse, deren Gewebe als fremd angesehen wird. Dies führt zu einer chronischen Entzündung dieses Organs, die Hashimoto-Thyreoiditis genannt wird. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist somit eigentlich keine Schilddrüsenerkrankung sondern eine Erkrankung des Immunsystems.

Jod und Hashimoto-Thyreoiditis 

Trotz eines großen wissenschaftlichen Interesses konnte bei der Ursachenforschung bisher nicht zweifelsfrei ermittelt werden, warum die Hashimoto-Thyreoiditis so rasant an Häufigkeit zunimmt.

Deshalb sprechen wir weniger von Ursachen als von möglichen Auslösern dieser Erkrankung.

Jod / Jodüberversorgung ist ein möglicher Auslöser der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnAuffällig ist, dass in allen Ländern, in denen die Zwangsjodierung der Lebensmittel eingeführt wurde, die Häufigkeit von Hashimoto-Erkrankungen stark zugenommen hat. Man vermutet, dass hohe Joddosen eine Aktivierung des Immunsystems zur Folge haben und dies bei bestimmten Personengruppen zur Auslösung von Autoimmunerkrankungen, insbesondere im Bereich der Schilddrüse, führen kann.

Wir empfehlen deshalb unseren Patienten den Verzicht auf Jodsalz und den Verzehr von Seefisch, Sushi, Milch und Milchprodukten sowie jodhaltigen Fertigprodukten einzuschränken. Mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel sollten gemieden werden. Wegen der Zwangsjodierung ist es seit 1993 in Deutschland praktisch unmöglich, den Konsum von Jod komplett zu vermeiden, da die Nahrungsmittel flächendeckend jodiert werden. Aus unserer Sicht ist dies jedoch in der Regel ein kompletter Jodverzicht nicht nötig, da eine verminderte Jodaufnahme für den Großteil der Patienten ausreicht.

Gluten und Hashimoto-Thyreoiditis 

Gluten kann ebenfalls ein Auslöser der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis sein. | Praxisklinik Bornhein, Köln-BonnAuch das im Weizen enthaltende Klebeprotein Gluten wird als möglicher Auslöser für die Entstehung der Hashimoto-Thyreoiditis in Betracht gezogen. Es ist unzweifelhaft, dass Gluten bei dazu veranlagten Menschen eine sogenannte Zöliakie auslösen kann. Diese Autoimmunerkrankung des Dünndarmes kann auch als Begleiterkrankung bei Hashimotothyreoiditis vorkommen. Bisher konnte zwar kein sicherer Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gluten und autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen gefunden werden,dennoch verspüren viele Patienten nach Einschränkung des Glutenkonsums einen deutlichen Rückgang ihrer Symptome. 

Wenn es sich hierbei auch nicht um eine komplette Glutenunverträglichkeit wie bei Zöliakie handelt, gehen wir bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis zumindest von einer potentiellen Glutenempfindlichkeit (Glutensensivität) aus. Wir empfehlen deshalb den Patienten mit therapieresistenten Symptomen einige Wochen probeweise auf eine glutenarme Ernährung umzustellen. Ein völliger Verzicht auf Gluten wie bei Zöliakie ist unserer Erfahrung nach dabei meist aber nicht nötig.Die Schwelle, bis zu der Gluten vertragen wird, ist individuell auszutesten.

Potentielle Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis    

Folgende weitere Faktoren stehen wegen ihren Auswirkungen auf das Immunsystem ebenfalls in Verdacht,  Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis zu sein:

  • Phasen der Hormonumstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Stress und seelische Belastungen
  • Chronische Infektionen
  • Schwere Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt
  • Rauchen
  • Mangel an Nährstoffen wie Vitamin D, Folsäure, Selen, Omega-3-Fettsäuren,B-Vitaminen,Zink,Eisen
  • zunehmender Hygienestandard in den Industrieländern

 

Mögliche Begleiterkrankungen bei Hashimoto-Thyreoiditis 

In Verbindung mit der Hashimoto-Thyreoiditis können bei etwa 25 % der Erkrankten andere zusätzliche Autoimmunerkrankungen auftreten oder bereits bestehen: 

  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Leaky Gut Syndrom, Zöliakie und Gastritis 
  • Lebererkrankungen wie chronische autoimmune Hepatitis
  • Bluterkrankungen wie Perniziöse Anämie mit Vitamin B12-Mangel
  • Hauterkrankungen wie Vitiligo
  • Erkrankungen der Nebennieren wie Morbus Addison
  • Gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose
  • Herzerkrankungen wie Mitralklappenprolaps, Herzentzündungen und Herzrhythmusstörungen
  • Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und Entzündungen der Gefässe
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Rheumatische Erkrankungen wie Kollagenosen und Rheumatoide Arthritis
  • Augenerkrankungen wie Endokrine Orbitopathie

Die meisten dieser Erkrankungen können relativ leicht ausgeschlossen werden, z. B. durch Labor- oder Ultraschalluntersuchungen.Wir führen bei unseren Patienten regelmäßig  solche Kontrolluntersuchungen durch,um das Auftreten einer dieser autoimmunen Begleiterkrankungen frühzeitig zu erfassen.

 

Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis

Die zwei wichtigsten Bausteine der Schilddrüsen-Diagnostik sind die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut.

 

Ultraschall der Schilddrüse

Mittels Ultraschall (Sonographie) der Schilddrüse lässt sich Hashimoto-Thyeroiditis diagnostizieren. | Praxisklink Bornhein, Köln-Bonn

Mit der Schilddrüsensonographie lässt sich die zerstörte Binnenstruktur der Schilddrüse darstellen. Die typische Hashimoto-Schilddrüse zeigt in der Ultraschalluntersuchung dabei eine echoarme (dunkle) und unregelmäßige Struktur, die als "mottenfrass- oder leopardenfellartig" beschrieben werden kann. Ein Szintigramm der Schilddrüse ist bei Hashimoto-Thyreoiditis ohne zusätzlichen diagnostischen Wert und allenfalls zur Abklärung von gleichzeitig auftretenden Schilddrüsenknoten nur selten notwendig.

 

Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ist bei Hashimoto-Thyreoiditis auch zur Verlaufskontrolle von  Bedeutung.

Sonographie der Schilddrüse zur Diagnose von Hashimoto Thyreoiditis | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn   Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ist bei Hashimoto-Thyreoiditis auch zur Verlaufskontrolle von großer Bedeutung.  

Schilddrüsenwerte

Der wichtigste Schilddrüsenwert ist das TSH, das "Thyroidea" (Schilddrüse) Stimulierende Hormon". Das TSH wird von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert und steuert die Bildung der Schilddrüsen-Hormone T3 und T4. Wenn zu wenig Hormone in der Schilddrüse gebildet werden, steigt das TSH, wodurch die Schilddrüse angeregt werden soll, ausreichend T3 und T4 zu produzieren. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist das TSH deshalb hoch. Wenn dagegen zu viel Hormone gebildet werden (Schilddrüsenüberfunktion), sinkt das TSH, um die Produktion von T3 und T4 zu drosseln.

Bei der sogenannten latenten Schilddrüsenunterfunktion sind die Schilddrüsenhormone oft noch im Normbereich, sodass die Unterfunktion nur am erhöhten TSH festzustellen ist.

Schilddrüsenantikörper 

Bei einer Autoimmunerkrankung bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen den eigenen Körper. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis werden Antikörper gegen die Schilddrüse gebildet. Neun von zehn Patienten haben TPO-Antikörper.TG-Antikörper finden sich in etwa 60 % der Betroffenen.Bei einer Übergangsform zum Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion)  finden sich meist auch die TR-Antikörper.In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kommt es häufig zu einem Abfall der Antikörpertiter.Hierdurch wird die chronische Autoimmunentzündung der Schilddrüse bei auschließlicher Bestimmung der Laborwerte nicht selten übersehen.

Meist sind wie gesagt die TPO-Antikörper und die TG-Antikörper beide gleichzeitig erhöht, manchmal aber auch nur einer von beiden. Selbst das vollständige Fehlen von erhöhten Schilddrüsenantikörpern schließt in der Anfangsphase oder auch in Spätstadien eine Schilddrüsenentzündung nicht vollständig aus. Entscheidend für die Diagnose ist dann die typische Struktur des entzündeten Schilddrüsengewebes im Ultraschall.

Fehldiagnose Burn-out

Viele Schilddrüsenspezialisten fordern ein Überdenken der Normwerte für TSH, damit eine Schilddrüsenunterfunktion eher entdeckt werden kann. Oft gilt ein TSH von 2.0 - 4,0 noch als normal. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann aber nach neueren Erkenntnissen auch schon bei niedrigeren TSH-Werten vorliegen.

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis täuscht Burn-out-Syndrom vor. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Bei Symptomen, die für eine Schilddrüsen-Unterfunktion sprechen, sollte über eine probeweise Therapie mit Schilddrüsenhormonen nachgedacht werden.

Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung werden häufig für ein Burn-out-Syndrom gehalten. Eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen kann hier auch bei Patienten mit einem formal normalen TSH-Wert erstaunliche Resultate erzielen.

 

 

Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis

Anfänglich stehen gelegentlich die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion  im Vordergrund, allgemein sind die Symptome einer Unterfunktion häufiger.

Die Schilddrüsenentzündung beginnt oft schleichend, sodass die Patienten die Symptome zunächst kaum wahrnehmen. Typische Auslöser für eine Veränderung des Immunsystems sind Stress, seelische Belastung, Infekte oder Hormonumstellungen.

Die Symptome Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Depression und Angstzuständen führen, wie bereits gesagt, oft zur Fehldiagnose Burn-out-Syndrom. Andere häufig auftretende Symptome sind: Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Gelenkschmerzen, Haarverlust, brüchige Nägel, trockene Haut, Nesselsucht, Herzstolpern, hoher Blutdruck, Blähungen, Verstopfung, hoher Cholesterinspiegel, verminderte Libido, Zyklusstörungen, Schwindel, Blutarmut, Muskelschmerzen, Ödeme, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Da die Schilddrüse starken Einfluss auf die meisten Stoffwechselprozesse und gleichzeitig auch auf das Nervensystem und die Psyche hat, sollte bei Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen oder Depressionen immer auch die Schilddrüse untersucht werden.Unserer Erfahrung nach verbirgt sich hinter vielen Beschwerden als eigentliche Ursache eine Erkrankung der Schilddrüse.

In Einzelfällen treten die typischen Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis auf ,aber  Antikörper sind nicht nachweisbar und im Ultraschall zeigt die Schilddrüse noch nicht die typischen Ultraschallveränderungen.Dann bleibt die Krankheit oft über Jahre hinweg unentdeckt. Ursache für den fehlenden Nachweis der TPO- und TG-Antikörper ist in diesem Fall wahrscheinlich die Tatsache,dass die Konzentration der Antikörper im Blut nicht immer die Konzentration im Gewebe der Schilddrüse widerspiegelt.

 

 

Paradoxe Symptome

Nicht selten treten aber auch neben den typischen Symptomen einer Schilddrüsen-Unterfunktion auch Überfunktionssymptome auf.

Dies liegt daran, dass verschiedene Organe unseres Körpers Schilddrüsenhormone unterschiedlich aufnehmen. So stellen sich oft paradoxe Symptome einer Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse ein und Anzeichen beider Störungen können gleichzeitig auftreten oder sich abwechseln. Dadurch braucht man nicht selten viel Geduld, bis die richtige Hormondosis gefunden ist. 

Bei der Augenbeteiligung, der sogenannten "endokrinen Orbitopathie" treten Symptome auf wie Augentränen, gerötete Augen, Trockenheit der Augen, Blendungsempfindlichkeit oder Fremdkörpergefühl. Es kann auch zu einer Beeinträchtigung oder Verlust des Sehvermögens kommen. Bei der endokrinen Orbitopathie handelt es sich ebenfalls um eine Autoimmunreaktion. Dabei reagieren Antikörper gegen das Augengewebe.

 

Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis

Thyroxin

Bei einer durch die Entzündung entstandenen Unterfunktion der Schilddrüse ist meist eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen notwendig. Aber nicht in allen Fällen endet die Hashimoto-Thyreoiditis in einer Schilddrüsenunterfunktion.

Zur Hormon-Therapie von Hashimoto-Thyreoiditis wird das Schilddrüsenhormon Thyroxin eingesetzt. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnDann kann unter Umständen auf eine Hormontherapie verzichtet werden. Regelmäßige Kontrollen sind aber auch in diesen Fällen notwendig, um eine durch weitere Zerstörung des Schilddrüsengewebes auftretende Unterfunktion der Schilddrüse frühzeitig erfassen zu können. Wenn eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen sinnvoll ist, beginnen wir meist mit einer niedrigen Dosis wie 12,5 oder 25 µg L-Thyroxin. Zunächst wird der TSH-Wert alle 4-12 Wochen kontrolliert.

Die meisten Patienten fühlen sich dann bei einem Wert nahe einer Schilddrüsenüberfunktion wohl. Deshalb streben wir meist einen TSH-Wert um 1,0 oder niedriger an. T3 und T4 sollten dabei aber im Normbereich sein. Außerdem sollte auf das Auftreten von Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion wie z. B. Herzjagen geachtet werden.

Bei manchen Patienten mit therapieresistenten Symptomen ist ergänzend zur Standardtherapie mit der Speicherform T4 auch die zusätzliche Gabe der aktiven Form T3 notwendig.

Bei Schwangeren mit Hashimoto-Thyreoiditis sind engmaschige Kontrollen und die rechtzeitige Dosierungsanpassung  sowie die Kontrolle des Jodstoffwechsels besonders wichtig.

Vereinzelt kommen Patienten mit aus Schweineschilddrüsengewebe hergestellten Hormonen besser zurecht als mit den synthetisch hergestellten Thyroxinpräparaten. Allerdings ist die Thyroxindosis bei den natürlich hergestellten Präparaten nicht selten Schwankungen unterworfen, was dann zu Schwierigkeiten bei der Dosisfindung führt.

Selen

Als Ergänzung oder Alternative zur Hormontherapie, behandeln wir die viele unserer Patienten noch mit 100-300 µg Selen pro Tag.

Als Ergänzung der Hormontherapie mit Thyroxin, behandeln wir mit dem Antioxidans Selen. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnSelen gehört zu den Antioxidantien, den sogenannten Radikalfängern, die entzündungshemmend wirken. Antioxidantien besitzen eine schützende Funktion für Eiweiße und Enzymsysteme. Die Zufuhr von Selen wirkt sich auch günstig auf Autoimmunprozesse aus. Selen ist ein Spurenelement, das der Mensch nicht selbst herstellen kann. Es muss deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Vor allem Menschen, die sich vegetarisch ernähren, leiden oft an einem Selenmangel.

Ein Selenmangel kann durch Bestimmung des Selenspiegels im Blut nicht mit ausreichender Genauigkeit nachgewiesen werden, da die Blutwerte nicht unbedingt repräsentativ für die Selenkonzentration in den Körperzellen sind. Wir sehen die Ergebnisse des Selenspiegels deshalb nur als orientierende Untersuchung an und streben unter der Therapie Werte im oberen Normbereich an.

Selen ist zudem wichtig für die Umwandlung des Hormons T4 (Speicherform) in T3 (aktive Form). Selenmangel kann deshalb eine Schilddrüsenunterfunktion verschlimmern. Einige Studien haben gezeigt, dass Selen auch in der Lage ist, die Entzündungsreaktion der Schilddrüse abzuschwächen. In der Vergangenheit hatte eine Studie, die Selen als möglichen Auslöser für Diabetes vermutete, zur Zurückhaltung bei der Therapie mit Selen geführt.

Nachfolgende Studien konnten die Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass zumindest bei Männern Selen eher Diabetes verhindert. Sinnvoll ist zudem oft die Gabe von Vitamin D, da fast alle Patienten einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben. 

 

Omega-3-Fettsäuren

Auch Omega-3-Fettsäuren sollten in ausreichender Menge mit der Nahrung zu sich genommen werden. Neben Fisch (Vorsicht Jod !) sind auch Fleisch,Butter oder Eier gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren.Dabei sind vor allen Dingen die Eicosapentaensäure (EPA) und  die Docosahexaensäure (DHA) wichtig. EPA und DHA wirken durch eine verminderte Bildung von Entzündungsmediatoren wie Leukotrienen oder Prostaglandinen erwiesenermaßen stark entzündungshemend. Pflanzliche Omega-3-Fettquellen wie z. B. Leinsamenöl enthalten aber leider vorwiegend nur die Alpha-Linolensäure (ALA).Diese kann zwar im Prinzip im menschlichen Körper zu EPA und DHA umgewandelt werden,dies geschieht aber nur in einem sehr geringen Ausmaß.Tiere dagegegen können sehr gut ALA in EPA und DHA umwandeln.Produkte aus reiner Weidehaltung sind dabei ideal,also Weide-Eier,Weidebutter und Weidefleisch.Außerdem ist bekannterweise Fisch eine gute Quelle für EPA und DHA.Bei Hashimoto-Thyreoiditis sollte aber auch eine zu hohe Jodaufnahme vermieden werden,so dass der Fischkonsum eingeschränkt werden sollte.

Ein zweiter Aspekt darf nicht vernachlässigt werden.In der Regel nehmen wir zu viele Omega-6-Fettsäuren zu uns.Dadurch ist das Verhältniss Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren in Industrienationen oft bis zu 20:1 .Bei den Naturvölkern ist es mit 2:1 deutlich günstiger.Wir müssen also weniger Omega-6 und mehr Omega-3-Fettsäuren zu uns nehmen.Wenn Tiere mit Omega-6-Fettsäuren gefüttert werden,enthalten ihre Produkte auch zu viel Omega-6-Fettsäuren.Dies ist der Fall,wenn die Tiere mit Getreide und nicht vorwiegend mit Gras gefüttert werden. Olivenöl und Kokosöl haben eine günstigere Zusammensetzung,da sie deutlich weniger Omega-6-Fettsäuren als Rapsöl,Diestelöl oder Sonnenblumenöl enthalten.

Gut sind also:Weide-Fleisch,Weide-Butter,Weide-Eier,Fisch (Jodgehalt berücksichtigen !),Olivenöl und Kokosfett.

Schlecht sind:Produkte von mit Getreide gefütterten Tieren (leider meist übliche Produktionsweise) sowie Distel-,Raps-,Mais-,Sonnenblumen- und Sojaöl,aber auch Margarine.

Mit der Bestimmung des Omega-3-Index kann der prozentuale Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen gemessen werden.Werte über 8% gelten als normal.Werte unter 4% sind auf jeden Fall zu vermeiden,da sie auch das Risiko für einen Herzinfarkt stark erhöhen.

  

Auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Folsäure, Vitamin B, Zink und Magnesium sollte ebenfalls geachtet werden.

 

Hashimoto-Thyreoiditis - eine unheilbare Erkrankung?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist wahrscheinlich nur in einem sehr frühen Stadium heilbar, sodass man in den allermeisten Fällen von einer lebenslangen Erkrankung ausgehen muss. Bei konsequenter Überwachung und Therapie ist aber weder die Lebensqualität noch die Lebenserwartung eingeschränkt,so dass die meisten Patienten nahezu beschwerdefrei mit Hashimoto-Thyreoiditis leben können.

 

Ernährung und Lebensführung bei Hashimoto-Thyreoiditis 

Die Empfehlungen, die wir Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis zur Lebensführung und Ernährung geben, sind nicht spezifisch, sondern haben Allgemeingültigkeit und sind bis auf die verminderte Jodaufnahme für jedermann geeignet.

Empfehlung bei Hashimoto-Thyreoiditis: Stress vermeiden, ausreichen Ruhezeiten, Sport treiben und vitaminreiche, jodreduzierte Ernährung. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis sollten ausreichende Ruhe- und Schlafzeiten einhalten, Stress und Überforderung meiden, Entspannungstechniken wie z. B. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson erlernen, moderaten Sport treiben oder sich zumindest regelmäßig bewegen und auf eine ausgewogene, vitaminreiche und jodreduzierte Ernährung achten.

 

 

 

Die „richtige " Hashimoto-Therapie:

Das Befinden des Patienten ist wichtig, nicht die Laborwerte!

Die Frage nach der richtigen Therapie einer Hashimoto-Thyreoiditis ist nur individuell zu beantworten. Wer sich unter der Therapie schlechter fühlt als vorher, ist falsch therapiert. Wer sich besser fühlt, ist richtig therapiert. Eine subjektiv empfundene Besserung ist für den Erfolg der Therapie wichtiger als nur „Laborkosmetik“ zu betreiben. Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis sollten sich aber in jedem Fall von einem in Hormon- und Autoimmunerkrankungen erfahrenen Arzt betreuen lassen.

 

Fachbegriffe:

Hashimoto-Thyreoiditis = Entzündung der Schilddrüse durch Autoimmunantikörper
Thyreoiditis = Schilddrüsenentzündung
TSH = Thyreoidea (Schilddrüse) Stimulierendes Hormon
T3 = Trijodthyronin, die aktive Form der Schilddrüsenhormone
T4 = Tetrajodthyronin, die Speicherform der Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin)
TPO-AK = Antikörper gegen die Thyreoperoxidase der Schilddrüse
TG-AK = Antikörper gegen Thyreoglobulin
TR-AK = TSH-Rezeptor-Antikörper bei Morbus Basedow
 
 

Weitere Informationen rund um Hashimoto auch in unserem Blog unter www.hashimoto-koeln-bonn.de und auf www.hashimoto-thyreoiditis.de 

 
 
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