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Schilddrüsen-Spezialisten in der Praxisklinik Bornheim nahe Köln und Bonn geben Empfehlungen zur Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis
Bildliche Darstellung einer an Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunkrankheit) erkankten Schilddrüse. | Praxisklink Bornheim, Köln-Bonn

Die Fachärzte der Internistischen Naturheilkundlichen Gemeinschaftspraxis in Bornheim nahe Köln und Bonn verbinden Innere Medizin mit Naturheilverfahren, Homöopathie und Traditioneller Chinesischer Medizin zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept. Sie haben sich seit mehr als 25 Jahren intensiv mit der Diagnose und Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis befasst. Für sie zeigt sich eine erfolgreiche Therapie in erster Linie daran, dass der Patient sich besser fühlt als vor der Therapie. Die alleinige Verbesserung der Laborwerte ist nicht ausreichend.

 

Die Schilddrüse sollte nicht isoliert betrachtet werden  

Da Hashimoto-Thyreoiditis Auswirkungen auf andere Organe hat, sollten zusätzliche Kontrollen für Diagnose und Therapie durchgeführt werden. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Da Erkrankungen der Schilddrüse und insbesondere die Hashimoto-Thyreoiditis oft Auswirkungen auf zahlreiche andere Organe haben, legen wir großen Wert darauf, nicht nur isoliert die Schilddrüse in unsere diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen einzubeziehen. Die zusätzliche Kontrolle weiterer Organe im Sinne eines umfangreichen Gesundheitschecks wie Herz, Leber, Nieren oder Nebennieren ist aus ganzheitlicher Sicht notwendig. Insbesondere nach Dosisänderungen oder zu Therapiebeginn sollten negative Auswirkungen einer Schilddrüsenbehandlung auf andere Organe ausgeschlossen werden.

 

 

 

Dr. Hakaru Hashimoto war der Namensgeber von Hashimoto-Thyreoiditis

Ihren exotisch klingenden Namen verdankt die chronische Schilddrüsenentzündung dem japanischen Chirurgen Dr. Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934), der die Erkrankung als Erster beschrieb.

In der deutschen Zeitschrift „Archiv für klinische Chirurgie“ veröffentlichte er im Jahre 1912 seine Entdeckung. Hashimoto hatte in den Schilddrüsen verstorbener Frauen Entzündungszellen gefunden, die die Schilddrüse teilweise zerstört hatten.

 

Neue Volkskrankheit: Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine seltene Erkrankung. Sie wird zwar nur bei etwa 2 % der deutschen Bevölkerung diagnostiziert, nach neueren Schätzungen sind aber bereits 8-10 % der Deutschen von dieser Krankheit betroffen. Das bedeutet, dass es in Deutschland mehrere Millionen Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis gibt, die nicht wissen, dass sie an einer chronischen Entzündung der Schilddrüse leiden.

Frauen sind dabei mit einem Verhältnis von etwa 10:1 deutlicher häufiger betroffen.

Hashimoto-Thyreoiditis ist keine Erbkrankheit im engeren Sinne. Allerdings kommt es sehr häufig vor, dass Mutter und Tochter gleichzeitig betroffen sind.

Demzufolge kann man davon ausgehen, dass es eine gewisse Veranlagung gibt, an Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken und dass nicht selten auch eine erbliche Anlage für weitere Autoimmunerkrankungen vorliegt.

 

Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun verursachte Schilddrüsenentzündung. Autoimmun heißt, der Körper bildet fälschlicherweise Antikörper gegen die Schilddrüse, deren Gewebe als fremd angesehen wird. Dies führt zu einer chronischen Entzündung dieses Organs, die Hashimoto-Thyreoiditis genannt wird. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist somit eine Erkrankung des Immunsystems.

Jod und Hashimoto-Thyreoiditis 

Trotz eines großen wissenschaftlichen Interesses konnte bei der Ursachenforschung bisher nicht zweifelsfrei ermittelt werden, warum die Hashimoto-Thyreoiditis so rasant an Häufigkeit zunimmt.

Deshalb sprechen wir weniger von Ursachen als von möglichen Auslösern dieser Erkrankung.

Jod / Jodüberversorgung ist ein möglicher Auslöser der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnAuffällig ist, dass in allen Ländern, in denen die Zwangsjodierung der Lebensmittel eingeführt wurde, die Häufigkeit von Hashimoto-Erkrankungen stark zugenommen hat. Man vermutet, dass hohe Joddosen eine Aktivierung des Immunsystems zur Folge haben und dies bei bestimmten Personengruppen zur Auslösung von Autoimmunerkrankungen, insbesondere im Bereich der Schilddrüse, führen kann.

Wir empfehlen deshalb unseren Patienten den Verzicht auf Jodsalz und den Verzehr von Seefisch, Sushi, Milch und Milchprodukten sowie jodhaltigen Fertigprodukten einzuschränken. Mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel sollten gemieden werden. Wegen der Zwangsjodierung ist es seit 1993 in Deutschland praktisch unmöglich, den Konsum von Jod komplett zu vermeiden, da die Nahrungsmittel flächendeckend jodiert werden. Aus unserer Sicht ist dies jedoch in der Regel ein kompletter Jodverzicht nicht nötig, da eine verminderte Jodaufnahme für den Großteil der Patienten ausreicht.

Gluten und Hashimoto-Thyreoiditis 

Gluten kann ebenfalls ein Auslöser der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis sein. | Praxisklinik Bornhein, Köln-BonnAuch das im Weizen enthaltende Klebeprotein Gluten wird als möglicher Auslöser für die Entstehung der Hashimoto-Thyreoiditis in Betracht gezogen. Es ist unzweifelhaft, dass Gluten bei dazu veranlagten Menschen eine sogenannte Zöliakie auslösen kann. Diese Autoimmunerkrankung des Dünndarmes kann auch als Begleiterkrankung bei Hashimotothyreoiditis vorkommen. Bisher konnte jedoch kein sicherer Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gluten und autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen gefunden werden.

Unserer Erfahrung nach gibt es aber nicht wenige Patienten, die unter einer glutenarmen Ernährung von einem deutlichen Rückgang ihrer Beschwerden berichten. Nach der Devise: "Wer heilt hat Recht" empfehlen wir deshalb den Patienten mit therapieresistenten Symptomen einige Wochen probeweise auf eine glutenarme Ernährung umzustellen. Ein völliger Verzicht auf Gluten wie bei Zöliakie ist unserer Erfahrung nach dabei meist aber nicht nötig. 

Potentielle Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis    

Folgende weitere Faktoren stehen wegen ihren Auswirkungen auf das Immunsystem ebenfalls in Verdacht, mögliche Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis zu sein:

  • Phasen der Hormonumstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Stress und seelische Belastungen
  • Chronische Infektionen
  • Rauchen
  • Mangel an Nährstoffen wie Vitamin D, Folsäure, Selen, Omega-3-Fettsäuren,B-Vitaminen
  • zunehmender Hygienestandard in den Industrieländern

 

Mögliche Begleiterkrankungen bei Hashimoto-Thyreoiditis 

In Verbindung mit der Hashimoto-Thyreoiditis können bei etwa 25 % der Erkrankten andere zusätzliche Erkrankungen auftreten oder bereits bestehen: 

  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Leaky Gut Syndrom, Zöliakie und Gastritis 
  • Lebererkrankungen wie chronische Hepatitis
  • Bluterkrankungen wie Perniziöse Anämie
  • Hauterkrankungen wie Vitiligo
  • Erkrankungen der Nebennieren wie Morbus Addison
  • Gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose
  • Herzerkrankungen wie Mitralklappenprolaps, Herzrhythmusstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Rheumatische Erkrankungen wie Kollagenosen und Rheumatoide Arthritis

Die meisten dieser Erkrankungen können relativ leicht ausgeschlossen werden, z. B. durch Labor- oder Ultraschalluntersuchungen.

 

Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis

Die zwei wichtigsten Bausteine der Schilddrüsen-Diagnostik sind die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut.

Ultraschall der Schilddrüse

Mittels Ultraschall (Sonographie) der Schilddrüse lässt sich Hashimoto-Thyeroiditis diagnostizieren. | Praxisklink Bornhein, Köln-BonnMit der Schilddrüsensonographie lässt sich die zerstörte Binnenstruktur der Schilddrüse darstellen. Die typische Hashimoto-Schilddrüse zeigt in der Ultraschalluntersuchung dabei eine echoarme (dunkle) und unregelmäßige Struktur, die als "mottenfrass- oder leopardenfellartig" beschrieben werden kann. Ein Szintigramm der Schilddrüse ist bei Hashimoto-Thyreoiditis ohne zusätzlichen diagnostischen Wert, und allenfalls zur Abklärung von gleichzeitig auftretenden Schilddrüsenknoten, nur selten notwendig.

 

 

Schilddrüsenwerte

Der wichtigste Schilddrüsenwert ist das TSH, das "Thyroidea" (Schilddrüse) Stimulierende Hormon". Das TSH wird von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert und steuert die Bildung der Schilddrüsen-Hormone T3 und T4. Wenn zu wenig Hormone in der Schilddrüse gebildet werden, steigt das TSH, wodurch die Schilddrüse angeregt werden soll, ausreichend T3 und T4 zu produzieren. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist das TSH deshalb hoch. Wenn dagegen zu viel Hormone gebildet werden (Schilddrüsenüberfunktion), sinkt das TSH, um die Produktion von T3 und T4 zu drosseln.

Bei der sogenannten latenten Schilddrüsenunterfunktion sind die Schilddrüsenhormone oft noch im Normbereich, sodass die Unterfunktion nur am erhöhten TSH festzustellen ist.

Schilddrüsenantikörper 

Bei einer Autoimmunerkrankung bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen den eigenen Körper. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis werden Antikörper gegen die Schilddrüse gebildet. Dabei handelt es sich um die TPO-, TG- und bei einer Übergangsform zum Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) auch die TR-Antikörper.

Meist sind die TPO-Antikörper und die TG-Antikörper beide gleichzeitig erhöht, manchmal aber auch nur einer von beiden. Selbst das vollständige Fehlen von erhöhten Schilddrüsenantikörpern schließt eine Schilddrüsenentzündung nicht vollständig aus. Entscheidend für die Diagnose ist dann die typische Struktur des entzündeten Schilddrüsengewebes im Ultraschall.

Fehldiagnose Burn-out

Viele Schilddrüsenspezialisten fordern ein Überdenken der Normwerte für TSH, damit eine Schilddrüsenunterfunktion eher entdeckt werden kann. Meist gilt ein TSH von 4,0 noch als normal. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann aber nach neueren Erkenntnissen auch schon bei einem TSH-Wert von 2,1 vorliegen.

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis täuscht Burn-out-Syndrom vor. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Bei Symptomen, die für eine Schilddrüsen-Unterfunktion sprechen, sollte auch bei einem TSH-Wert zwischen 2,1 und 4,0 über eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen nachgedacht werden.

Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung werden häufig für ein Burn-out-Syndrom gehalten. Eine probeweise Therapie mit Schilddrüsenhormonen kann hier oft erstaunliche Resultate erzielen.

 

 

Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis

Anfänglich stehen gelegentlich die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion  im Vordergrund, allgemein sind die Symptome einer Unterfunktion häufiger.

Die Schilddrüsenentzündung beginnt oft schleichend, sodass die Patienten die Symptome zunächst kaum wahrnehmen. Typische Auslöser für eine Veränderung des Immunsystems sind Stress, seelische Belastung, Infekte oder Hormonumstellungen.

Die Symptome Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Depression und Angstzuständen führen, wie bereits gesagt, oft zur Fehldiagnose Burn-out-Syndrom. Andere häufig auftretende Symptome sind: Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Gelenkschmerzen, Haarverlust, brüchige Nägel, trockene Haut, Nesselsucht, Herzstolpern, hoher Blutdruck, Blähungen, Verstopfung, hoher Cholesterinspiegel, verminderte Libido, Zyklusstörungen, Schwindel, Blutarmut, Muskelschmerzen, Ödeme, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Paradoxe Symptome

Nicht selten treten aber auch neben den typischen Symptomen einer Schilddrüsen-Unterfunktion auch Überfunktionssymptome auf.

Dies liegt daran, dass verschiedene Organe unseres Körpers Schilddrüsenhormone unterschiedlich aufnehmen. So stellen sich oft paradoxe Symptome einer Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse ein und Anzeichen beider Störungen können gleichzeitig auftreten oder sich abwechseln. Dadurch braucht man nicht selten viel Geduld, bis die richtige Hormondosis gefunden ist. 

Bei der Augenbeteiligung, der sogenannten "endokrinen Orbitopathie" treten Symptome auf wie Augentränen, gerötete Augen, Trockenheit der Augen, Blendungsempfindlichkeit oder Fremdkörpergefühl. Es kann auch zu einer Beeinträchtigung oder Verlust des Sehvermögens kommen. Bei der endokrinen Orbitopathie handelt es sich ebenfalls um eine Autoimmunreaktion. Dabei reagieren Antikörper gegen das Augengewebe.

 

Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis

Thyroxin

Bei einer durch die Entzündung entstandenen Unterfunktion der Schilddrüse ist oft eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen notwendig. Aber nicht in allen Fällen endet die Hashimoto-Thyreoiditis in einer Schilddrüsenunterfunktion.

Zur Hormon-Therapie von Hashimoto-Thyreoiditis wird das Schilddrüsenhormon Thyroxin eingesetzt. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnDann kann unter Umständen auf eine Hormontherapie verzichtet werden. Regelmäßige Kontrollen sind aber auch in diesen Fällen notwendig, um eine durch weitere Zerstörung des Schilddrüsengewebes auftretende Unterfunktion der Schilddrüse frühzeitig erfassen zu können. Wenn eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen sinnvoll ist, beginnen wir meist mit einer niedrigen Dosis wie 12,5 oder 25 µg L-Thyroxin. Zunächst wird der TSH-Wert alle 2-4 Wochen kontrolliert.

Die meisten Patienten fühlen sich dann bei einem Wert nahe einer Schilddrüsenüberfunktion wohl. Deshalb streben wir meist einen TSH-Wert um 1,0 oder niedriger an. T3 und T4 sollten dabei im Normbereich sein. Außerdem sollte auf das Auftreten von Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion geachtet werden.

Bei manchen Patienten mit therapieresistenten Symptomen ist ergänzend zur Standardtherapie mit der Speicherform T4 auch die zusätzliche Gabe der aktiven Form T3 notwendig.

Bei Schwangeren mit Hashimoto-Thyreoiditis sind engmaschige Kontrollen und die rechtzeitige Dosierungsanpassung besonders wichtig.

Vereinzelt kommen Patienten mit aus Schweineschilddrüsengewebe hergestellten Hormonen besser zurecht als mit den synthetisch hergestellten Thyroxinpräparaten. Allerdings ist die Thyroxindosis bei den natürlich hergestellten Präparaten nicht selten Schwankungen unterworfen, was dann zu Schwierigkeiten bei der Dosisfindung führt.

Selen

Als Ergänzung oder Alternative zur Hormontherapie, behandeln wir die meisten unserer Patienten noch mit 100-300 µg Selen pro Tag.

Als Ergänzung der Hormontherapie mit Thyroxin, behandeln wir mit dem Antioxidans Selen. | Praxisklinik Bornheim, Köln-BonnSelen gehört zu den Antioxidantien, den sogenannten Radikalfängern, die entzündungshemmend wirken. Antioxidantien besitzen eine schützende Funktion für Eiweiße und Enzymsysteme. Die Zufuhr von Selen wirkt sich auch günstig auf Autoimmunprozesse aus. Selen ist ein Spurenelement, das der Mensch nicht selbst herstellen kann. Es muss deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Vor allem Menschen, die sich vegetarisch ernähren, leiden oft an einem Selenmangel.

Ein Selenmangel kann durch Bestimmung des Selenspiegels im Blut nicht mit ausreichender Genauigkeit nachgewiesen werden, da die Blutwerte nicht unbedingt repräsentativ für die Selenkonzentration in den Körperzellen sind. Wir sehen die Ergebnisse des Selenspiegels deshalb nur als orientierende Untersuchung an und streben unter der Therapie Werte im oberen Normbereich an.

Selen ist zudem wichtig für die Umwandlung des Hormons T4 (Speicherform) in T3 (aktive Form). Selenmangel kann deshalb eine Schilddrüsenunterfunktion verschlimmern. Einige Studien haben gezeigt, dass Selen auch in der Lage ist, die Entzündungsreaktion der Schilddrüse abzuschwächen. In der Vergangenheit hatte eine umstrittene Studie, die Selen als möglichen Auslöser für Diabetes vermutete, zur Zurückhaltung bei der Therapie mit Selen geführt.

Nachfolgende Studien konnten die Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass zumindest bei Männern Selen eher Diabetes verhindert. Sinnvoll ist zudem oft die Gabe von Vitamin D, da fast alle Patienten einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben. 

Auch Omega-3-Fettsäuren sollten in ausreichender Menge mit der Nahrung zu sich genommen werden. So kann oft ein Esslöffel Leinöl pro Tag schon genügen. Auch Fischölkapseln können eingenommen werden. 

Zur Kontrolle kann die Bestimmung des HS-Omega-3-Index im Blut sinnvoll sein. 

Auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Folsäure, Vitamin B, Zink und Magnesium sollte ebenfalls geachtet werden.

 

Hashimoto-Thyreoiditis - eine unheilbare Erkrankung?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist wahrscheinlich nur in einem sehr frühen Stadium heilbar, sodass man in den allermeisten Fällen von einer lebenslangen Erkrankung ausgehen muss. Bei konsequenter Überwachung und Therapie ist aber weder die Lebensqualität noch die Lebenserwartung eingeschränkt.

 

Ernährung und Lebensführung bei Hashimoto-Thyreoiditis 

Die Empfehlungen, die wir Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis zur Lebensführung und Ernährung geben, sind nicht spezifisch, sondern haben Allgemeingültigkeit und sind bis auf die verminderte Jodaufnahme für jedermann geeignet.

Empfehlung bei Hashimoto-Thyreoiditis: Stress vermeiden, ausreichen Ruhezeiten, Sport treiben und vitaminreiche, jodreduzierte Ernährung. | Praxisklinik Bornheim, Köln-Bonn

Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis sollten ausreichende Ruhe- und Schlafzeiten einhalten, Stress und Überforderung meiden, Entspannungstechniken wie z. B. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson erlernen, moderaten Sport treiben oder sich zumindest regelmäßig bewegen und auf eine ausgewogene, vitaminreiche und jodreduzierte Ernährung achten.

 

 

 

Die „richtige " Hashimoto-Therapie:

Das Befinden des Patienten ist wichtig, nicht die Laborwerte!

Die Frage nach der richtigen Therapie einer Hashimoto-Thyreoiditis ist nur individuell zu beantworten. Wer sich unter der Therapie schlechter fühlt als vorher, ist falsch therapiert. Wer sich besser fühlt, ist richtig therapiert. Eine subjektiv empfundene Besserung ist für den Erfolg der Therapie wichtiger als nur „Laborkosmetik“ zu betreiben. 

 

Fachbegriffe:

Hashimoto-Thyreoiditis = Entzündung der Schilddrüse durch Autoimmunantikörper
Thyreoiditis = Schilddrüsenentzündung
TSH = Thyreoidea (Schilddrüse) Stimulierendes Hormon
T3 = Trijodthyronin, die aktive Form der Schilddrüsenhormone
T4 = Tetrajodthyronin, die Speicherform der Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin)
TPO-AK = Antikörper gegen die Thyreoperoxidase der Schilddrüse
TG-AK = Antikörper gegen Thyreoglobulin
TR-AK = TSH-Rezeptor-Antikörper bei Morbus Basedow
 
 

Weitere Informationen rund um Hashimoto auch in unserem Blog unter www.hashimoto-koeln-bonn.de

 
 
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